Zwischen Traum und Wirklichkeit

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eine Kritik zu Kissing Candice

Die erste und letzte Szene in „Kissing Candice“ sind fast identisch: Candice sitzt mit einem jungen Mann im Auto, man sieht Straßenlaternen, die hinten am Horizont verschwimmen. Der einzige Unterschied ist der Farbton der Szene - während der Anfang in einem satten und warmen Rotton zu sehen ist, ist das Ende dunkel und kalt.

In „Kissing Candice“ geht es um die 17-jährige Candice, die in einer Kleinstadt in Nordirland lebt. Durch ihre Epilepsie bedingt bekommt Candice immer wieder Anfälle, bei denen sie immer von dem gleichen Jungen träumt. Allerdings spielt die Krankheit im Film keine relativ große Rolle, es geht viel mehr um das Entfliehen Candices aus der Wirklichkeit. Denn auch wenn der vermeintliche Junge aus ihren Träumen plötzlich auch im echten Leben auftaucht, projiziert sie die Situationen ihrer Träume nur auf die Wirklichkeit.

Die Regisseurin Aoife McArdle, die vor ihrem Debütfilm auch an der Produktion von Musikvideos beteiligt war, gestaltet auch „Kissing Candice“ sehr künstlerisch. Währenddessen Candice Traumszenen in dem erwähnten vollen Rot zu sehen sind, sind die Szenen des echten Lebens sehr dunkel und kalt. Im Kontrast dazu werden zwischendurch außerdem immer wieder Nahaufnahmen der Natur in satten Farben gezeigt, was den Alltag der Jugendlichen in der Kleinstadt noch kahler erscheinen lässt. Auch die Musik passt sehr zu der künstlerischen Machart, die dumpfen Bässe, die in den Alltagsszenen zu hören sind, werden in jedem von Candice Träumen auf einmal ganz klar.

„Kissing Candice“ porträtiert das Leben von aufwachsenden, die gelangweilt sind von ihrem täglichen Leben und verschiedene Wege gewählt haben, um der Stille und Eintönigkeit des Ortes zu entkommen. Während sich Candice auf ihre Traumwelt stürzt sorgt eine Bande von jungen Männern dauerhaft für Aufruhr in der Kleinstadt, sie zerschmeißen Fenster, stehlen, entführen Bürger. Und auch wenn beide Arten unterschiedlicher nicht sein könnten sind es nur doch beides Versuche etwas Spannung oder Reiz in ihrem Leben zu haben.

Die Darsteller der Figuren schaffen es diese Gefühle der Ziellosigkeit zu verkörpern, und vor allem Ann Skelly bringt die Distanz und Ferne von Candice zu ihrem Umfeld sehr sehenswert auf die Leinwand.

Auch wenn der Film mit seiner Thematik von Jugendlichen, die durch Langeweile und einen problematischen Hintergrund einen „falschen“ Weg einschlagen, sicherlich eine wichtige Aussage hat, fragt man sich während des Filmes oft nach der Bedeutung von einzelnen Szenen. Durch das Spiel mit den Farben und auch vielen interessanten Einstellungen ist der Film phasenweise sehr schön mit anzusehen, allerdings hat er mit seinen knapp 100 Minuten auch sein Längen und viele Szenen, die nicht komplett verständlich sind.

„Kissing Candice“ ist keinesfalls ein schlechter Film und auch im Publikum gab es viele, die sehr begeistert waren und grade die „Genialität“ künstlerische Machart im Gespräch hervorgehoben haben. Für mich wird es aber wohl einer dieser Berlinalefilme sein, die es jedes Jahr gibt - die beim Schauen etwas komisch, anstrengend und nicht ganz verständlich sind, aber trotzdem eine starke Aussage haben und in ihrer eigenen Art sehr überzeugend sind.

22.02.2018, Clara Bahrs



Dream and Reality


The first and last scene in "Kissing Candice" are the same: Candice is sitting in the car with a young man, you can see street lamps blurring at the back of the horizon. The only difference is the color of the scene - while the beginning is shown in a rich and warm red, the end is dark and cold.

"Kissing Candice" is about 17-year-old Candice, who lives in a small town in Northern Ireland. Due to her epilepsy, Candice gets seizures sometimes, in which she always dreams of the same boy. But the epilepsy actually isn't that important for the film, it's much more about Candice escaping from reality. Even if boy from her dreams suddenly appears in real life, she only projects the situations of her dreams onto reality.

The director Aoife McArdle, who was also involved in the production of music videos before her debut film, also did "Kissing Candice" very artistically. While Candice dream scenes can be seen in the above-mentioned full red, the scenes of real life are very dark and cold. In contrast to this, also close-ups of nature are often shown in rich colours, which makes the young people's everyday life in the small town seem even more bleak. The music is also very much in tune with the artistic style, the dull basses that can be heard in everyday scenes become clear in every one of Candice's dreams.

"Kissing Candice" shows the life of young people who are bored of their daily life and have chosen different ways to escape the silence and monotony of the place. While Candice rushes into her dream world, a gang of young men cause permanent turmoil in the small town - drinking, smashing windows, stealing, abducting people. And even if both could not be more different, they just want to escape from reality.

The actors play the aimlessness very well and especially Ann Skelly brings the distance from Candice the the world very convincingly on the screen. Even if the film with its theme of young people who, due to boredom and a problematic background, have taken a "wrong" way has an important message, there some scenes you don't really unterstand the meaning. Due to the interplay with the colours and many interesting settings the film is very nice to watch, but with its almost 100 minutes it also has its lengths and many scenes which are not completely understandable.

"Kissing Candice" isn't a bad film and there were also many people in the audience who were pretty impressed and have emphasized the genius of artistic creation in conversation. For me, however, it is one of those Berlinale films that you can find every year - which are a bit strange and unintelligible while watching them, but still have a strong message and are convincing in their own way.

22.02.2018, Clara Bahrs

Grauer Zigarettenrauch, nackte Körper und eine große Lüge


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Der Film "Denmark" porträtiert in mutigen Bildern die dänische Jugend und ihre Suche nach einer eigenen Identität.

Josephine + Norge, Norge + Josephine - „Denmark“ erzählt keine kitschige Liebesgeschichte, sondern gibt eine realistischen Einblick in eine Beziehung, die nie als solche definiert wird. Doch im Grunde geht es in Kasper Larsens Film mehr um das Porträt einer Jugend, als um die präsentierte Geschichte zwischen Norge und Josephine. Wir bekommen Einblick in die dänische Jugendsprache und Umgangsform, hören welche Musik aktuell ist, verstehen die Probleme, die die Jugendlichen beschäftigen und erahnen welche Träume und Wünsche sie für die Zukunft haben. Ich als junge Dänin kann mich stark mit den Charakteren identifizieren und werde durch kleine Details, die voller Wahrheit stecken zum lachen gebracht.

Die dänische Direktheit und ein harscher Humor verleiht diesem Film Authentizität und füllt den Raum, den das handlungsarme Skript freilässt. Kasper Larsen bedient sich bewusst einer handgehaltenen Kamera und verleiht seinem Film dadurch Realitätsnähe. Oft folgt die Kamera den beiden jungen Menschen in, auf den Nacken und Gesicht gerichteten Nahaufnahmen. Die Bilder von nackter Haut und lebendigen Augen schaffen eine persönliche Nähe zu den Charakteren. Sympathisch und unperfekt wie dieser Film sind auch die Beiden Hauptdarsteller, die mit ihrer charmanten Art den Film tragen.

„Denmark“ überzeugt durch seine unaufdringliche, unspektakuläre Art. Dieser Film will nicht schockieren, belehren oder beeindrucken, sondern realitätsnah widerspiegeln wie es sich anfühlt jung zu sein. So steht am Ende das Bild einer unperfekten Jugend, die auf der Suche nach einer eigenen Identität nicht aufhört zu kämpfen und zu träumen.


22.02.18, Liv Thastum




cigarette smoke, naked bodies and a big lie


In courageous pictures the film Denmark portrays the Danish youth and their search after a own identity.

Josephine + Norge, Norge + Josephine - "Denmark" does not tell a cheesy love story, but gives a realistic insight into a relationship that is never defined as such. But actually Kasper Larsen's film is more about the portrait of a youth than about the presented story about Norge and Josephine. We get an insight into the language of the Danish youth, listen to the current music, understand the problems that concern the young people and get able to guess what dreams and wishes they might have for the future. As a young Dane, I can strongly identify with the characters and am amused by small, truthful details.

The Danish directness and a harsh sense of humour gives authenticity to this film and fills the space which is left free by the simple script. Kasper Larsen deliberately uses a hand-held camera to bring his film closer to reality. The camera often follows the two young protagonist in close-ups directed at their necks and faces. The images of naked skin and lively eyes create a personal closeness to the characters. Friendly and imperfect like this film, the two leading actors carry the movie with their charming way.

„Denmark“ convinces with its unobtrusive, unspectacular manner. This film doesn't want to shock, teach or impress, but rather reflect the reality of what it feels like to be young. The result is the image of an imperfect youth, who never ceases to fight and dream while searching for an own identity.
22.02.18, Liv Thastum

Golsa rennt

Eine Kritik zu Dressage

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Hysterisch lachend beginnt der Film. Golsa und ihre Freunde haben soeben einen Kiosk ausgeraubt, dabei auch noch den Mitarbeiter niedergeschlagen und rasen nun mit dem Auto zu ihrem Unterschlupf davon. Doch schon bald fällt ihnen auf, dass sie vergessen haben, die Aufnahmen der Überwachungskamera mitzunehmen. Schnell spaltet sich die Freundschaft, als Schuldzuweisungen erhoben werden, um denjenigen zu bestimmen, der zurück zum Tatort muss. Keiner will sich dem Risiko hingeben, also stimmen sie „demokratisch“ ab. Golsa setzt sich standhaft zur Wehr, muss in diesem Fall allerdings den Kürzeren ziehen.
Von da an ordnet sie sich nicht mehr unter. Sie besitzt den Überwachungsfilm und beharrt auf ihrem Standpunkt, obgleich ihr alles genommen wird. Sie beginnt an ihren Freunden zu zweifeln und versucht, mit den Schuldgefühlen, die durch den Überfall bei ihr verursacht werden, umzugehen.

Dressage beeindruckt durch die unglaublich starke Persönlichkeit der Protagonistin. Allem Unrecht zum Trotz bleibt Golsa standhaft und gibt nicht nach. Selbst als ihr nach und nach alle Rückzugsorte genommen werden, verrät sie nicht, wo sich der Film befindet.
Die Ungerechtigkeit ihrer Lage ist zermürbend. Durch ihre stärkere Machtposition sind die anderen Beteiligten des Überfalls in der Lage, auf Golsa Druck auszuüben und ihre Eltern in den finanziellen Ruin zu treiben bei dem Versuch, sie zum Handeln zu zwingen. Während des Films kann man nur ungläubig den Kopf schütteln, wenn man nicht vor lauter Wut und Frustration die Tränen in die Augen bekommt.

Der Film lebt von Szenen, in denen Golsa rennt. Sie rennt, um rechtzeitig beim Pferdestall und wieder zurück zu sein, bevor die Eltern merken, dass sie sich ihren Regeln widersetzt. Sie rennt vor ihren ehemaligen Freunden davon, die sie ständig nach dem Film fragen und sie drangsalieren. Sie läuft weg, wenn die Eltern versuchen, sie auf den Diebstahl und das Herausgeben des Films anzusprechen. Sinnbildlich könnte dies als ein Wegrennen vor Normalisierung und Anpassung aufgefasst werden. Es findet wenig Konversation auf verständnisvoller Ebene statt. Überall stößt Golsa auf Mauern und Unverständlichkeit.

Dennoch erscheint sie durch das Wegrennen nicht schwach. Im Gegenteil, das beharrliche Festhalten an ihrer Position zeugt durch die Aussichtslosigkeit der Situation von einer Stärke, die eine große Verbundenheit zu ihrem Charakter schafft. Dies wird komplementiert von der Kameraführung, die ausdrücklich sie, ihre Mimik und ihre Wahrnehmung in den Fokus rückt. Bald muss sich allerdings auch der Zuschauer resigniert eingestehen, dass eigentlich nur eine Lösung denkbar ist.

Dressage zieht einen in seinen Bann, schafft eine tiefe Verbundenheit zur Hauptperson und vermittelt ein Gefühl der tiefen Frustration. Der Film ist gut durchdacht, nachvollziehbar und emotionsgeladen. Auf das einzig mögliche Ende kommt der Zuschauer im Verlauf des Films selbst, was nicht weniger betrübt.
Tatsächlich ist es im Nachhinein schwer zu sagen, wie eigentlich die Musik war oder andere stilistische Merkmale zu nennen, da die Emotionen den bleibendsten Eindruck hinterlassen haben. Betrübt ob dieser Ungerechtigkeit hat mich der Film zurückgelassen, doch auch bleibend beeindruckt und bewegt.

21. Februar 2018, Sarah Gosten


Golsa Runs


The film begins with hysterical laughs. Golsa and her friends have just robbed a kiosk, knocked down the employee and are now racing off to their shelter by car. But they soon realize that they forgot to take the footage from the surveillance camera with them. Soon friendship splits when accusations are raised to determine who has to go back to the scene of the crime. No one wants to take the risk, so they vote “democratically”. Golsa steadfastly defends herself, but in this case she has to lose out.
From then on, she will not submit. She owns the surveillance film and insists on her point of view, although everything is taken from her. She starts to doubt her friends and tries to deal with the feelings of guilt caused by the robbery.

Dressage impresses with the incredible strong personality of the protagonist. Despite all the injustice, Golsa remains steadfast and does not give in. Even as all the places of retreat are gradually taken away from her, she does not reveal where the film is.
The injustice of her situation is gruelling. Through their stronger position of power, people are able to put pressure on Golsa and drive her parents into financial ruin in an attempt to force her to act. During the film you can only shake your head in disbelief if you do not get tears in your eyes out of anger and frustration.

The film lives from scenes in which Golsa runs. She runs to be at the stable in time and back before her parents realize she is breaking their rules. She runs away from her former friends, who keep asking about the film and harassing her. She runs away when her parents try to talk to her about stealing and releasing the film. This could be seen symbolically as running from normalisation and adaptation. There is little conversation on an understanding level. Golsa encounters walls and incomprehensibility everywhere.

Nevertheless, she does not seem weak for running away. On the contrary, the persistent adherence to her position testifies to a strength that creates a strong bond with her character. This is complemented by the camera work, which explicitly focuses on her, her facial expressions and her perception. Soon, however, the viewer will have to concede with resignation that there is only one possible way out.

Dressage captivates, creates a deep attachment to the protagonist and conveys a feeling of deep frustration. The film is well thought through, comprehensible and emotionally charged. The only possible end comes to the viewer in the course of the film itself, which is no less distressing.
In fact, it is difficult to say what the music was like or to name other stylistic features, because the emotions left the most lasting impression. The film has left me saddened by injustice, but it has also left me deeply impressed and moved.

21st February 2018, Sarah Gosten

"Er ist aber auch mein Freund. Ihr seid beide meine Freunde."

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Dikkertje (Liam de Vries) könnte kaum glücklicher sein. Jeden Tag geht er in den Zoo und spielt mit seinem Freund, der Giraffe Raf, die am gleichen Tag wie er selbst geboren wurde. Doch mit ihrem gemeinsamen vierten Geburtstag ändert sich auf einmal alles. Denn Dikkertje geht nun in die Schule und Raf bleibt im Zoo. Es folgt eine lehrreiche Zeit für die beiden, in der sie eine Menge über die Liebe und Freundschaft lernen. Wenn dein bester Freund auf einmal einen neuen Freund hat, was wird dann aus dir? Kann es überhaupt mehr als einen Freund geben?

Barbara Brederos neuester Kinderfilm „Dikkertje Dap“ widmet sich auf Augenhöhe der Kinder den Themen des Älterwerdens. Am Beispiel einer wirklich ungewöhnlichen Freundschaft zeigt sie, wie schnell zwei Individuen sich voneinander entfernen können, obwohl sie doch beide so verzweifelt zusammen bleiben möchten. Anhand von Vierjährigen wird eine Lektion erteilt, der man sich sein ganzes Lebens über immer wieder stellen muss, nämlich der Vergänglichkeit von Freundschaft. Manchmal werden zwei Freunde durch äußere Umstände voneinander fortgetrieben. Und dann liegt es an ihnen selbst, zu entscheiden, ob sie weiter für die Freundschaft kämpfen wollen.

Genau das macht diesen Film so universell einsetzbar. Für Kinder ist er eine tolle Unterhaltung mit vielen Tieren, lustigen Momenten und einem Happy End. Allerdings wage ich fast zu behaupten, dass am Ende die Erwachsenen die größten Gewinner dieser Komödie sind. Ich für meinen Teil habe mich kaum noch eingekriegt. Die beiden Eltern waren mit ihrer Schusseligkeit ein Brüller für sich, aber vor allem die Anspielungen in den Gesprächen zwischen Dikkertjes Opa und seiner Lehrerin waren herrlich. Gleichzeitig sieht man sich mit einer Thematik konfrontiert, mit der man sich bereits häufiger auseinandersetzen musste und die hier durch die naiven Augen der Kinder so simpel und doch effektiv dargestellt wird. Wer befürchtet, sich zu langweiligen, während die Kinder sich vergnügen, irrt sich gewaltig. Denn Dikkertje Dap ist ein Spaß für die ganze Familie.

Neben einer eigens gefertigten Robotergiraffe setzt der Film auf eher einfache Mittel und besticht mit der charmanten Szenerie des holländischen Vororts. Natur trifft Zivilastion, nicht zuletzt in Form von Raf und Dikkertje. Eine angenehme Auflockerung des diesjährigen KPlus Programmes.

21.02.2018, Johanna Gosten



"But he's my friend, too. You're both my friends."


Dikkertje (Liam de Vries) could not be happier. Every day he goes to the zoo and plays with his friend, the giraffe Raf, who was born on the same day as himself. But with their fourth birthday all of a sudden everything changes. Because Dikkertje now goes to school and Raf stays in the zoo. This is followed by an instructive time for the two of them, during which they learn a lot about love and friendship. If your best friend suddenly has a new boyfriend, what will happen to you? Can there ever be more than one friend?

Barbara Bredero's latest children's film "Dikkertje Dap" is dedicated to the themes of aging at eye level. Using a truly unusual friendship as an example, she shows how quickly two individuals can move away from each other, even though they both want to remain so desperate together. On the basis of four-year-olds, a lesson is given that one has to face up to for the rest of one's life, namely the transience of friendship. Sometimes two friends are driven away from each other by external circumstances. And then it is up to them to decide whether they want to continue fighting for friendship.

That's exactly what makes this film so universally applicable. For children it is a great entertainment with lots of animals, funny moments and a happy ending. However, I almost dare to say that in the end the adults are the biggest winners of this comedy. For my part, I barely got myself in. The two parents were a roar with their scatterbrain, but especially the allusions in the conversations between Dikkertje's grandfather and his teacher were wonderful. At the same time, one is confronted with a subject that has already been discussed more often and which is presented so simply and yet effectively through the children's naive eyes. Anyone who is afraid of getting bored while the children are enjoying themselves is mistaken. Because Dikkertje Dap is fun for the whole family.

In addition to a specially manufactured robot giraffe, the film uses rather simple means and captivates with the charming scenery of the Dutch suburb. Nature meets civil astion, not least in the form of Raf and Dikkertje. A pleasant relaxation of this year's KPlus programme.
21.02.2018, Johanna Gosten

Den danske mester af animationsfilm

- et interview med Jannik Hastrup -

Lige som så mange andre unge i Danmark er jeg vokset op med Jannik Hastrups børnefilm. Alt fra „Bennys badekar“ over „Cykel myggen“ til „Cirkeline“ har været del af min barndom, derfor føler jeg mig meget heldigt at have mulighed for at snakke med Jannik Hastrup efter premieren af hans nye film „Cirkeline, Coco og det vilde næsehorn“, der begejstrede det unge publikum her til Berlinalen. Jannik Hastrup har lavet børnefilm lige siden starten af 60'erne men en lille del inde i ham holder stadig fast i barndomens sjæl. Jannik har en meget beroligende stemme og når han smiler er det som om klangen forandrer sig en lille smule, mens hans blå øjne slå gnister.

Hvad er det egentlig med hende her Cirkeline, hvad er det der gør at du bliver ved med at fortælle historier om hende og hendes venner? 
Det er der jo mange grunde til. Jeg har jo brugt en del år, faktisk lige siden jeg har været helt ung, på at skabe den her familie og hele det her univers, så det er meget let og naturligt at vende tilbage til det igen.

Hvor finder du inspirationen til dine film?
Det hele springer ud af virkeligheden. Det var min første kone Hanne der tegnede Cirkeline og dengang boede vi i et gammelt landhus hvor musene løb rundt om natten og gemte sig, så det var helt naturligt at Cirkelines venner sku være mus. Og da musene så flyttede til storbyen (i „Cirkeline - storbyens mus“) var det fordi jeg også var flyttede til byen og det første jeg så når jeg gik ud på gaden, det var en tyrkisk grønthandlere, og så er det jo klart at hvis musene de går til grønthandleren, så er det en tyrkisk mus der bor der.



Og hvad gav så inspiration til din nye film „Cirkeline, Coco og det vilde næsehorn“? Det var spørgsmålet hvad ville der ske hvis Cirkeline fik en sort veninde? Hvor sku hun komme fra? Cirkeline blev jo født på en tegneres bor, så Cirkelines veninde bor måske på en kakaoæske. Mit barnebarn kalder sig faktisk for Coco, hun hedder noget andet, men hun er også brun i huden, så det var måske lidt der, ideen kommer fra. Men egentlig handler denne film jo om Ingolf og Osvald – det lille næsehorn, der også kommer fra kakaoæsken og leder efter sin mor. Sammen med Cirkeline og sine venner vil de rejse til Afrika. Men Historien om Cirkeline, Coco og Ingolf der er vild med Coco, det jo nok en mindre del af det hele.

Der var jo lidt rod til sidst om det store næsehorn nu var mor eller far, men jeg syntes at det jo egentlig handler om at ha forældre det om det nu er mor eller far, er måske ikke så vigtig. Men den danske producent mente at børn ville ha det dårlig med ikke at vide om det var mor eller far. Hvad tænker du? Spørger Jannik mig pludselig.
Ja men, jeg synes da det er godt at det er kommet med! Børn er jo ikke dumme. Jeg synes godt at man kan gi dem denne her opgave til at tænke over. Svarer jeg.

Hvad var det egentlig der fik dig til at starte med at lave animationsfilm?
Jeg kedede mig i skolen. Nu er jeg jo ikke nogen særlig god læser, men alle de folkeviser og gamle gudesagn dem så jeg som billeder i mit hoved. Så gik jeg ud af skolen og prøvede forskellige håndværk, men så tænkte jeg, næ nu går jeg hjem og finder ud af om jeg kan lave tegnefilm. Og siden har ikke ku finde på andet.


Nu har du lavet hændtegnet animationsfilm i mange år, har den tekniske udvikling haft indflydelse på dine film?
Næ, det har jeg jo ikke rigtig fuldt med i. Det har faktisk slet ikke interesseret mig. Det lidt lige som dengang syntesizern blev opfundet, da opgav Musikerne jo ikke bare deres job fordi man ku skabe lydene elektronisk. Men der har jo nok været en nedgang i de håndtegnede tegnefilm i løbet af årene.

Hvad er det vigtigste element i en børnefilm for dig?
Det er historien. Selvfølgelig er det fint hvis du har et godt design, men det er jo først og fremmest historien børnene lever sig ind i.

Jeg takker Jannik Hastrup for denne spændende samtale, hvor jeg in mellem nærmest glemte at dette var et interview og ikke bare en snak med et hjerteligt menneske. Inden jeg siger farvel tager jeg min biografbillet ud af lommen og lade – lige som så mange børn inden mig – skrive under på den. En autograf af mesteren af animationsfilm – det har ikke alle!

21.02.18, Liv Thastum

Eine starke Persönlichkeit


Walaa ist frech, Walaa ist aufmüpfig und Walaa hat ein Ziel: Polizistin bei der Palästinensischen Autonomiebehörde zu werden.

Sie ist eine selbstbewusste junge Frau und denkt gar nicht daran, sich von ihrem Zuhause, einem Flüchtlingslager, runterziehen zu lassen. Ebenso hat sie die traurige Zeit ohne ihre Mutter, die in einem israelischen Gefängnis inhaftiert war, hinter sich gelassen und blickt nun erwartungsvoll in die Zukunft. Sie möchte etwas verändern. Sie möchte Autorität durchsetzen und tritt deshalb die harte Ausbildung zur Polizistin an.

Das besondere an Walaas Geschichte ist, dass sie nicht fiktional ist. Sie ist tatsächlich passiert. 6 Jahre lang begleitete Regisseurin Christy Garland Walaa und ihre Familie mit ihrer Kamera. Anfangs, so Walaa, war ihr die Anwesenheit der Kamera lästig, doch mit der Zeit gewöhnte sie sich mehr und mehr an sie. Sie begann, selbstverständlich zu werden und bekam letztendlich fast so etwas wie eine Freundin für sie.

Ohne sich auf eine urteilende oder gar herabschauende Ebene zu begeben, schafft es Garland, Walaas Leben stets objektiv und auf Augenhöhe zu dokumentieren. So war es neben ihrem ungeheureren Kampfgeist auch ihr Lachen, das Garland faszinierte und in das sie sich sofort verliebte. Ihren Kampfgeist erkannte trotz ihrer zuweilen eigensinnigen Attitüde auch ihr Ausbilder und förderte sie und stellte sich wie eine Vaterfigur hinter sie. Wie in einem fiktiven Film gab es in „What Walaa Wants“ Höhe- und Tiefpunkte, lustige Szenen und traurige, die einen nachdenklich stimmten. Walaas Bruder sitzt noch immer im Gefängnis, obwohl er ihren Aussagen zufolge nichts getan hat. Weder ihre Mutter, noch sie können ihn besuchen, da sie beide - wenn auch Walaa nur für kurze Zeit - inhaftiert waren und es ihnen aufgrund dessen untersagt ist. Sie beide hoffen das Beste für ihn und schicken ihm regelmäßig Briefe. Walaa hofft, mit ihrer Tätigkeit als Polizistin, Menschen helfen zu können und solche Schicksale wie die in ihrem Umfeld, in Zukunft verhindern zu können.

Durch seinen von der Aufmachung her nüchternen Charakter macht Garland mit ihrem Film auf ein wichtiges Thema aufmerksam, dessen Konflikt sich jetzt in diesem Moment in Israel ereignet und der noch immer weit von einer Lösung entfernt ist.
Ein Film, der einen daran erinnert, dass unsere Welt fernab von Gerechtigkeit und Frieden ist und deshalb zeigt, wie wichtig es ist, sich für etwas einzusetzen.

Vivien Krüger, 21.02.18

Obstsalat


„Wieso kein Apfel? -Naja in einer Birne lässt es sich eben besser wohnen!“


Wer denkt, „DEN UTROLIGE HISTORIE OM DEN KÆMPESTORE PÆRE“ ist ein typischer Kinderfilm, der nur für Kinder geeignet ist, hat sich gewaltig geirrt. Der Auftakt der diesjährigen Berlinale in der Sektion Generation kPlus ist eindeutig ein Abenteuer für Klein und Groß.

Mit seinen sehr feingliedrig und detailliert animierten Figuren projiziert Philip Einstein Lipski getreu der Kinderbuchvorlage von Jakob Martin Strid eine bunte Explosion auf die Kinoleinwand. Die beiden Hauptcharaktere, Elefant Sebastian und Katze Mitchu (im Übrigen die einzigen Tiere), begeben sich auf eine abenteuerliche Fahrt durchs pechschwarze Meer, vorbei an schaurigen Piraten, bis hin zur mysteriösen Insel. Diese kann nur mit einem Barylischen Kompass gefunden werden, in welchen ein Stein von der Insel eingefügt werden muss, um ihn funktionsfähig zu machen.

An Ideenreichtum mangelt es „Die unglaubliche Geschichte der Riesenbirne“ definitiv nicht. So verwandelt der verrückte Professor Glykose mit seinem noch verrückteren Spezialauto eine Riesenbirne in ein neues schwimmendes Zuhause für Sebastian und Mitchu. Gleichwohl werden die Piraten mit Wassermelonen beschossen und die bunte Partys auf hoher See gefeiert. Die beiden liefern sich ein spektakuläres Rennen gegen die Zeit, um den verschollenen Bürgermeister ihrer Stadt, Sonnenhafen, zu retten und den machthungrigen Vizebürgermeister zu verhindern.

Ob sie nun auf ihrer Reise von einem anhänglichen Einsiedler, der in einem schaurigen Meeresdrachen lebt, mit „Drachen-Dip“ versorgt werden oder von den Geistern verschollener Seemänner umzingelt werden - Mitchu und Sebastian finden immer einen Weg, gemeinsam ihrem Ziel ein Stückchen näher zu kommen.

Vivien Krüger, 21.02.18

"Könntest du dir deine Hautfarbe aussuchen, welche würdest du wählen?"

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Vier Jugendliche unterschiedlicher Hautfarbe, auf einer Farm des weißen Mädchens der Runde. Was ein lustiger Ausflug werden sollte, entpuppt sich letztendlich als eine lange Reise, die sie alle gemeinsam und doch allein antreten. Denn eines Morgens wachen sie auf - und zwar im Körper eines der anderen. Hautfarben und Geschlechter werden vertauscht und die vier sehen sich mit grundsätzlichen Konflikten konfrontiert, denen zu einem gewissen Ausmaß jedes südafrikanische Kind der Postapartheid ausgesetzt ist. Denn obwohl sie sich im Land der Regenbogenflagge befinden und immer wieder gefeiert wird, dass die Apartheid ein Ende gefunden hat, so sieht die Realität anders aus.

Jenna Bass’s High Fantasy ist wie ein etwas anderes Gesellschaftsexperiment. Es ist, als hätte man vier Jugendliche auf magische Art und Weise Körper tauschen lassen und dabei zugesehen, wie sich die Situation entfaltet. So ähnlich haben die Dreharbeiten wohl auch ausgesehen, denn wie wir im Publikumsgespräch erfahren, wurde den Schauspielern immer erst am Tag selbst erzählt, in welcher Ausgangssituation sie sich befinden. Was während des Q&As noch klar wird? Die angesprochenen Thematiken scheinen der südafrikanischen Jugend sehr nahe zu gehen, denn auch die Schauspielerinnen selbst haben einiges dazu zu sagen.
Was bereits dem Berlinale-Publikum an Denkanstößen mitgegeben wird, muss in Südafrika den Nagel auf den Kopf treffen. Die Ungerechtigkeiten Schwarzen gegenüber, die Schuldgefühle der Weißen, die Zwiegespaltenheit der „Farbigen“, die irgendwo zwischen den Stühlen hängen. Auch Feminismus ist ein Thema.

Mit seiner Machart passt High Fantasy zum diesjährigen Schema des Generation Programms voll außergewöhnlicher Filmformate. Immer wieder werden Interviewausschnitte der einzelnen Charaktere vor einer weißen Wand eingeblendet. Der Rest ist von den Jugendlichen selbst auf ihren Smartphones gefilmt, als hätten sie das gesamte Wochenende auf Snapchat, Instagram und Co. festgehalten. Das verstärkt den Eindruck, hautnah mit dabei zu sein und verleiht einem das Gefühl, einer wahren Begebenheit beizuwohnen, auch wenn das natürlich nicht der Fall ist.

Auch die vier Hauptdarsteller überzeugen. Nicht nur in ihren eigenen Rollen glänzen sie, sondern auch in den Rollen ihrer Körpertauschpartner. Sie sind also sozusagen in doppelter Mission unterwegs, was sie allerdings nicht zu überfordern scheint, ganz im Gegenteil.
Mit viel Witz und Ausgelassenheit sind sie alle dabei, doch die angestaute Wut eines gesamten Lebens voller Ungerechtigkeiten ist ein ständiger Begleiter.

Statt konkrete Lösungen zu bieten, hält dieser Film nur den Zustand fest, in dem sich das Schwellenland Südafrika in Bezug auf diese Themen befindet. Ziel ist weniger, nur für tolle Unterhaltung zu sorgen oder bestimmte Dinge vorzuschlagen, sondern vielmehr, die Zuschauer dazu zu animieren, mehr über die Thematik nachzudenken, aus welchem Land sie auch kommen mögen. Dabei kommt einem die Idee des Körpertausches nicht einmal seltsam vor. Es wird einfach so angenommen und ist ein Mittel zum Zweck, ohne den Fokus tatsächlich allzu sehr darauf zu setzen. Überaus sehenswert.

20.02.2018, Johanna Gosten



"If you could choose your skin colour, which would it be?"


Four teenagers of different skin color, on the white girl's farm. What should have become a fun trip turns out to be a long journey, which they all take together and yet alone. Because one morning they wake up - in the body of one another. Skin colours and sexes are interchanged and the four are confronted with fundamental conflicts, to which each South African post-apartheid child is exposed to a certain extent. Because although they are in the land of the rainbow flag and it's celebrated time and again that apartheid has come to an end, the reality is different.

Jenna Bass's High Fantasy is like a slightly different social experiment. It's like having four young people magically swap bodies and watch the situation unfold. That's apparently what the shooting looked like, because as we learned in the q&a, the actors were always told only on the day itself what their starting situation was. What else becomes clear during Q&A? The themes mentioned seem to be very close to the South African youth, because the actresses themselves have a lot to say about it.
What the Berlinale audience is already provided with food for thought has to hit the nail on the head in South Africa. The injustices towards blacks, the feelings of guilt of whites, the dichotomy of the "coloured" people hanging somewhere between the chairs. Feminism is also an issue.

With its design, High Fantasy matches this year's scheme of the generation program full of extraordinary film formats. Interviews of the individual characters are repeatedly shown in front of a white wall. The rest is filmed by the youths themselves on their smartphones, as if they had captured the whole weekend on Snapchat, Instagram and Co. This reinforces the impression of physically being there and gives you the feeling that you are witnessing a true event, even if of course this is not the case.

The four main actors are also convincing. Not only do they shine in their own roles, but also in the roles of their body exchange partners. So they are on a double mission, so to speak, which doesn't seem to be too much for them, quite the contrary.
With a lot of humour and exuberance they are all there, but the accumulated anger of an entire life full of injustice is a constant companion.

Instead of offering concrete solutions, this film only captures the state of affairs in which the threshold country South Africa finds itself with regard to these issues. The aim is not so much to provide just great entertainment or to suggest certain things, but rather to encourage viewers to think more about the topic, regardless of their country of origin. The idea of body exchange doesn't even seem strange. It is simply accepted as such and is a means to an end, without actually focusing too much on it. Extremely worth seeing.

20.02.2018, Johanna Gosten

Exklusiver Einblick in die Band Los Bando Immortale

For English Version, norsk intervju

Lange mussten Klara und ich nach der Vorstellung von „Los Bando“ am Montagvormittag warten um ein paar Worte mit der Filmcrew wechseln zu können, so groß war der Ansturm bei der Autogrammstunde. Alle wollten Unterschriften und Fotos der vier Hauptdarsteller, sodass diese tapfer gut eine halbe Stunde lang von hunderten Kindern umwimmelt waren. Trotzdem haben sich die vier danach noch etwas mehr Zeit genommen, um uns ein bisschen was über die Arbeit am Film zu erzählen.

freie Generation Reporter: Danke für den großartigen Film! Wie war es denn für euch, in einem Film mitzuspielen, bei dem es um so viel Musik geht?

Tage (Grim): Es hat wirklich sehr Spaß gemacht!
Jonas (Martin): Und am Anfang war es etwas angsteinflößend, weil wir nicht so viel Proben hatten und es sollte immerhin eine richtige Rockband sein, also hatten wir anfangs schon etwas Angst.
Tage: Ach, ich finde wir haben das gut gemacht.

fGR: War das denn der erste Film, bei dem ihr mitgemacht habt?

Jakob: Es war der erste Langfilm für mich, vorher habe ich schonmal bei einem Kurzfilm mitgespielt.
Tiril (Thilda): Ja, für mich war das der erste Filmdreh.
Tage: Für mich war’s auch der erste Langfilm.
(Jakob und Tage haben beide schon bei einem Kurzfilm vom Regisseuren Christian Lo mitgespielt. Jonas hingegen hat schon etwas mehr Erfahrung und bei einigen norwegischen Filmen mitgespielt.)

fGr: Und wie war das mit dem Casting? Seid ihr alle einfach zu dem Casting gegangen, oder wie seid ihr zu dem Film gekommen?

Tage: Christian, der den Film hier gemacht hat, er hat auch den Kurzfilm produziert, bei dem wir mitgespielt haben. Deswegen wurden wir dann gefragt - weil sie uns vorher kannten - ob wir zu einem Vorsprechen kommen wollen. So war das bei uns, und Tiril ist einfach hingegangen, weil sie davon gehört hat.

fGr: Und jetzt nach dem Film, wollt ihr da weiter machen mit dem Schauspielern?

Tiril: Ja schon, jetzt wo ich Kind bin will ich schon weiter machen. Aber ich weiß noch nicht was ich machen will, wenn ich Groß bin.
Tage: Ich finde auf jeden Fall hat es Spaß gemacht den Film zu drehen, aber mehr so ruhigere Schauspieljobs.
Jakob: Ja es hat wirklich Spaß gemacht - ich würde gerne versuchen, das weiter zu machen.
Jonas: Ja, ich denke, wie es jetzt war, war es sehr toll, jetzt arbeite ich und studiere Psychologie in Oslo, also - wir werden sehen, was daraus am Ende wird.

fGr: Ihr seid ja alle verschieden alt, war das manchmal ein Problem beim Spielen?

Tage: Ich finde eigentlich es hat echt gut funktioniert, wir haben sehr schnell den selben Ton gefunden und sind mittlerweile alle gute Freunde!
Jakob zu Jonas: Du hast gesagt, du müsst vielleicht etwas jünger für uns sein…
Jonas (lacht): Ja, aber das geht schon, ich müsste nur so Dinge wissen welche Emojis man benutzen soll und sowas…

fGr: Na wir finden auf jeden Fall auch, dass ihr toll zusammengespielt habt! Gab es denn allgemein etwas, das euch schwergefallen ist?

Jakob: Es war ein bisschen anstrengend die ganze Zeit so glücklich zu sein. Ich musste 98% der Zeit glücklich spielen, das war etwas anstregend und ich habe mich gefreut, wenn ich mal andere Emotionen spielen durfte.
Tiril: Ich finde es hat Spaß gemacht so oft sauer zu sein im Film, aber manchmal war es auch ein bisschen schwierig, weil man immer genau so drauf sein muss, wie man an dem Drehtag spielen muss. Das ist nicht immer so leicht.
Tage: Bei den Proben fande ich die Szenen sehr schwer, wo wir einfach über normale Sachen reden sollten. Aber mittlerweile kennen wir uns so gut, dass das dann beim eigentlichen Dreh kein Problem mehr war.

fGr: Hattet ihr eigentlich ein richtiges Skript oder habt ihr auch manchmal improvisieren müssen?

Jakob: Also Jonas hat das Drehbuch bekommen und das hat gut funktioniert, aber wir hatten das nicht. Uns wurde immer davor gesagt was in der Szene passiert und wir wussten, wie sich die Charaktere verhalten sollen in den Szenen. Aber den genauen Text hatten wir nicht.

fGr: Und was hat euch beim Filmdreh am besten gefallen?

Jakob: Die Szene in der ich über Linda gesungen habe, weil ich da mal alles rauslassen konnte, das war echt witzig!
Tage: Auch als du einmal im Campingbus das ganze Lied gesungen hast und Christian im Auto war, weil sein Handy kein Strom mehr hatte!

fGr: Und wie war das, den Film auf einer so großen Leinwand und mit so viel Publikum zu sehen?

Jakob: Ja, das hat wirklich Spaß gemacht.
Jonas: Es ist lustig,es war vielleicht die beste Reaktion vom Publikum, die wir hatten.
Tage: Ja das fand ich auch. In Norwegen gehen auch viele Kinder mit, aber hier war das etwas anders, hier haben alle direkt mitgeklatscht und solche Sachen.
Tiril: Ja, die Vorführung in Oslo war auch gut, aber es war echt super hier!

fGr: Das fanden wir auch! Danke für das Interview und natürlich ganz besonders für den tollen Film!

Und nachdem ich noch schnell ein Bild mit der tollen Band machen durfte, hatten die vier endlich frei und konnten ihr nach einer so erfolgreichen Premiere verdientes Essen genießen.


Norsk intervju


Etter filmen fikk Klara og jeg mulighet å snakke litt med skuespillerne, etter de måtte skriver autografer i 30 minutter. Fordi vi snakker begge to mer eller mindre god norsk kunne vi bare gå opp og spørre de fire veldig sympatiske og flotte skuespillerne litt om filmen.

fGR: Takk for fantastisk filmen! Hvordan var det for dere å spille i en film med så masse god musikk?

Tage (Grim): Åh ja det var veldig gøy!
Jonas (Martin): Og lit skummelt i begynnelsen, fordi det var veldig litt trening egentlig og det skulle være en sånn fantastisk rokke-band, så det var litt skummelt.
Tage: Men du har gjørt det så bra.

fGR: Var det den første filmen dere har spilt i?

Jakob: Det var den første langfilmen for meg, jeg var med i kortfilmen før.
Tiril (Thilda): Ja, det var første vri fra meg.
Tage: Ja, også min første lang.
(Jakob og Tage spilte begge i en kortfilm fra Regisseuren Christian Lo. Jonas spilte i flere norske filme før.)

fGr: Og hvordan var det med audition? Gikk dere til en vanlig casting eller hvordan kom dere til filmen?

Tage: Christian, som har lagt den filmen her, han lagte også den kortfilmen, også spurte de oss - fordi de kjente oss før - om vi ville kommer til en audition. So var vi da, mens Tiril gikk til audition fordi hun så at det var en.

fGr: Og har dere planlaget å følge med skuespilling?

Tiril: Ja, jeg har lyst å drive med skuespilling som jeg er barn, men jeg vet ikke hvordan det blir når jeg er stor.
Tage: Jeg syns det var gøy å spille, men like sånn saktere skuespill.
Jakob: Jeg syns også det var gøy, jeg har lyst å prøve å fortsette med det.
Jonas: Ja, jeg tror som det er nå er det veldig heldig, nå jobbe jeg so mye, jeg studere også psykologi i Oslo, så - vi får se hva det blir.

fGr: Dere er ikke i sammen alderen, gikk det hele tid bra eller var det kanskje også noen ganger litt vanskelig å spille sammen med denne aldersforskjellen?

Tage: Jeg syns det funkte veldig bra egentlig, vi fant tonen ganske fort, så har vi vært god venner hele tiden.
Jakob til Jonas: Du sa du kanskje må bli litt yngre å være med oss…
Jonas (ler): Ja men det går bra, bare sånn vet hvilke emojis man skal bruke osv.
Tiril: Han tuller veldig mye.

fGr: Ja, vi syns også det var en veldig bra jobb i filmen, det var bare folk som gjør tingene sammen, det var kjempe gøy å se! Men var det også noe som var vanskelig for dere å spille?

Jakob: Jeg syns det var litt slitsom å være så glad hele tiden, det var som 98 prosent av tiden og man var litt sliten etter spille bare det, det var gøy å har også litt andere følelse registrert og ikke bare være glad hele tiden.
Tiril: Jeg syns det var gøy å spille litt som sure ting ganske ofte, men noen ganger så var det litt slitsom, for eksempel en dag hvis jeg måtte spille noe skikkelig glad jeg mote være også glad, så det var litt slitsom.
Tage: På øvning syns jeg var veldig vanskelig å spille da hvor vi bare skulle prate som vanlig, men så blir vi så godt kjent mellom innspillinger og øvning, så når vi mote faktisk spille den var det lett.

fGr: Men var det en manus for alt, eller har dere også improvisert noe?

Jakob: Jonas fikk manus og det funkte veldig bra, men vi fikk ikke en manus, vi fikk bare vite før vi begynte, også var det som at vi visste hva skal skje med våres karaktere, men vi visste ikke akkurat det vi skulle si.

fGr: Og hva var den gøyeste ting på vri for dere, hva likte dere best?

Jakob: Den scenen jeg skulle synge om Linda, fordi da kunne jeg bare ta det helt ut, det var veldig gøy.
Tage: Også når du satt i campingbilen, hele sangen bare for Christian, han hadde ikke strøm på mobilen.

fGr: Men, hvordan var det å se filmen på en så stor kino med så masse publikum?

Jakob: Ja det var skikkelig gøy.
Jonas: Det er morsomt, det var kanskje den beste response vi har hat.
Tage: Ja de fikk ikke med den sammen tingene som det var i Norge, her var publikum mye mer med som fysiske tingene, å klappe osv.
Tiril: Ja, vi hadde også en fin visning i Oslo, men det var kjempe fantastisk her også.

fGr: Ja det syns vi også, tusen takk for det fint intervjuet og filmen!


Interview with Los Bando Immortale


After the performance of "Los Bando" on Monday, Klara and I had to wait a long time before we could talk a little with the film crew, because there were so many children who wanted signatures and photos of the four main actors - so that they were surrounded by hundreds of children for more than half an hour. Nevertheless, they took some more time to tell us a little bit about the work on the film.

Freie Generation Reporter: Thank you for the great movie! What was it like for you to play in a film with so much music?

Tage (Grim): It was really fun!
Jonas (Martin): And at the beginning it was a bit scary, because we didn't have so many rehearsals and it was supposed to be a real rock band, so we were a bit scared at first.
Tage: Oh but I think we did a good job.

fGR: Was this the first film you played in?

Jakob: It was the first feature film for me, before that I had already played in a short film.
Tiril (Thilda): Yes, for me this was the first filming.
Tage: For me it was also the first feature film.
(Jakob and Tage have both starred in a short film directed by Christian Lo. On the other hand Jonas has a little bit more experience and played in some Norwegian movies.

fGr: And what about the casting? Did you all just went to the casting, or how did you get to the movie?

Tage: Christian, who made the film here, he also produced the short film we played in. That's why we were asked - because they knew us beforehand - if we wanted to come to an audition. That's how it was with us, and Tiril just went because she heard about it.

fGr: And now after the movie, do you want to continue with the acting?

Tiril: Yes, already now that I am a child I want to continue. But I don't know what I want to do when I'm grown up.
Tage: I definitely think it was fun to shoot the movie, but i like just a little gentle acting.
Jakob: Yes, it was really fun - I would like to try to keep on doing that.
Jonas: Yes, I think what it was like now was really great, now I'm working and studying psychology in Oslo, so we'll see what happens in the end.

fGr: You're all different ages, was that sometimes a problem while playing?

Tage: I actually think it worked really well, we found the same rhythm very quickly and so are we all good friends now!
Jakob to Jonas: You said you might had to be a little younger for us...
Jonas (laughs): Yes, but that's all right, I just need to know what emojis to use and so on...

fGr: Well, we definitely think that you played great together! Was there anything in general that was difficult for you?

Jakob: It was a bit exhausting to be so happy all the time. I had to play 98% of the time happily, so I was very happy when I was allowed to play other emotions.
Tiril: I think it was fun to be angry in the movie so often, but sometimes it was a bit difficult, because you have to be on top of it just like you have to play on the shooting day. It's not always that easy.
Tage: During the rehearsals I found the scenes very difficult, where we should talk about normal things. But meanwhile we know each other so well that it was no longer a problem at the actual shooting.

fGr: Did you have a real script or did you have to improvise sometimes?

Jakob: So Jonas got the script and it worked fine, but we didn't have it. We were always told what was going on in the scene before and we knew how the characters should behave in the scenes. But we didn't have the exact text.

fGr: And what did you like best on filming this movie?

Jakob: The scene where I sang about Linda because I could leave everything out of it, that was really funny!
Tage: Even when you once sang the whole song in the camping bus and Christian was in the car because his cell phone had no power!

fGr: And how was it to see the film on such a big screen and with such a large audience?

Jakob: It was really fun.
Jonas: It's funny, it was probably the best reaction from the audience we had.
Tage: Yes, I thought so too. In Norway there are a lot of children who were so in the movie, too, but here it was a little bit different.
Tiril: Yes, the show in Oslo was also good, but it was really great here!

fGr: We think that also! Thank you for the interview and of course especially for the great movie!


20.02.2018, Clara Bahrs

Der dänische Meister der Animation

- Ein Interview mit Jannik Hastrup -

Wie so viele andere Jugendliche in Dänemark bin auch ich mit Jannik Hastrups Kinderfilmen aufgewachsen. Alles von „Bennys Badewanne“ über „Cykkelmyggen“ bis „Cirkeline“ ist Teil meiner Kindheit gewesen, deshalb fühle ich mich sehr geehrt die Möglichkeit zu haben Jannik Hastrup nach der Premiere seines neuen Films „Cirkeline, Coco und das wilde Nashorn“ im Interview zu begegnen.
Wie auch das junge Publikum in Haus der Kuturen der Welt, so bin auch ich begeistert von diesem Kinderfilm.
Jannik hat eine sehr beruhigende Stimme und wenn er lächelt, ändert sich der Klang seiner Stimme ein wenig, während seine blauen Augen funkeln.

Warum erzählst du immer wieder Geschichten über die kleine Cirkeline, was macht sie so besonders?
Dafür gibt es viele Gründe. Ich habe ja viele Jahre – seit ich jung war - damit verbracht diese kleine Familie von Cirkeline und ihren Freunden aufzubauen. Ich habe ein ganzes kleines Universum erschaffen, in das es immer leicht ist wieder einzusteigen.

Wo findest du die Inspiration für deine Filme?
Alles entspringt der Realität. Es war meine erste Frau Hanne, die Cirkeline gezeichnet hat und zu dieser Zeit lebten wir in einem Landhaus, wo Nachts die Mäuse rumgerannt sind, deshalb war es ganz natürlich, dass Cirkelines Freunde Mäuse sein sollten. Und als die Mäuse dann in die Großstadt gezogen sind (in „Cirkeline – Mäuse der Großstadt“), geschah dies, weil ich auch in die Stadt gezogen war. Das erste was ich sah, wenn ich auf der Straße ging war es ein türkischer Gemüsehändler, und dann ist es ja klar, dass wenn die Mäuse zum Gemüsehändler gehen, dass dort eine türkische Maus lebt.




Und was hat dich bei "Cirkeline, Coco und das wilde Nashorn" inspiriert? Es war die Frage, was passieren würde, wenn Cirkeline einen schwarzen Freund bekommen würde? Woher soll sie kommen? Cirkeline wurde auf dem Tisch des Zeichners geboren, also Lebt Cirkelines Freundin vielleicht auf einer Kakaobox. Mein Enkelkind nennt sich selbt Coco, sie heißt eigentlich anderes, aber sie hat auch dunkle Haut, also kommt die Inspiration vielleicht auch ein bisschen von ihr. Aber nur in diesem Film geht es ja eigentlich um Ingolf und Osvalt und das große Nashorn. Die Geschichte von Cirkeline Coco und Ingolf, der sich in Coco verliebt ist vermutlich nur ein kleiner Teil der Geschichte.
Es gab ja am Ende ein kleines Durcheinander, ob das große Nashorn jetzt Mutter oder Vater ist, aber ich dachte, dass es ja eigentlich mehr darum geht, ein Elternteil zu haben, ob Mama oder Papa ist vielleicht gar nicht so wichtig. Aber der dänische Produzent dass es schwierig für Kinder ist, wenn sie nicht wissen, ob es Mutter oder Vater ist.
Was denkst du denn? fragt Jannik mich plötzlich.
Ich mag diesen Aspekt im Film! Kinder sind ja nicht dumm. Ich finde durchaus, dass man ihnen die Aufgabe geben kann darüber Nachzudenken, antworte ich.

Was hat dich dazu bewegt, Animationsfilme zu machen?
Ich habe mich in der Schule gelangweilt. Ich bin zwar wirklich kein guter Leser, aber alle die alten nordischen Sagen und Folkslieder habe ich wie Bilder in meinem Kopf gesehen. Damals verließ ich die Schule und probierte verschiedene Berufe aus. Aber eines Tages da dachte ich, jetzt gehe ich nach Hause und versuche ob ich Animationsfilme machen kann. Und seit dem ist mir nichts anderes eingefallen.



Du machst ja nun schon seit vielen Jahren handgezeichnete Animationsfilme, hat die technische Entwicklung deine Filme beeinflusst?
Nö, das habe ich ja nicht wirklich mitverfolgt. Eigentlich hat das mich nicht wirklich interessiert. Weißt du, damals als der Synthesizer erfunden wurde, haben die Musiker ja auch nicht einfach ihre Arbeit hingeschmissen, nur weil die Klänge nun auch elektronisch erzeugt werden konnten. Aber natürlich gab es Laufe der Jahre einen Rückgang der handgezeichneten Animationsfilme.

Was ist für dich das wichtigste Element in einem guten Kinderfilm? Das ist die Geschichte. Natürlich ist es gut, wenn man ein gutes Design hat, aber es ist in erster Linie die Geschichte, in die sich die Kinder einleben.

Ich bedanke mich bei Jannik Hastrup für dieses angenehme Gespräch, in dem ich zwischendrin beinahe vergessen habe, dass ich gerade ein Interview führe und hole – so wie die vielen Kinder vor mir – mein Ticket aus der Tasche und lasse Jannik darauf Unterscheiben.
Ein Autogram vom dänischen Meister der Animation. Das hat nicht jeder!

21.02.14, Liv Thastum