Die Freien Generation Reporter


Sarah Gosten
Schon als kleines Kind besuchte ich jedes Jahr mit meiner Familie die Berlinale. Ich war beeindruckt von den vielen Filmen, die doch so anders waren als alle, die ich bisher gesehen hatte. Sie unterschieden sich von den Kinofilmen, da sie sich viel ernsteren und problematischeren Themenbereichen widmeten. Außerdem hatten nicht alle unbedingt ein Happy End. Sie zeigten Dinge, über die ich zuvor nicht nachgedacht hatte und machten mit allarmierender Deutlichkeit klar, wie viele Probleme es auf der Welt doch gibt. Und genau das hat mich vermutlich so beeindruckt: Die Chance zu bekommen Filme zu schauen, die man sonst nie gucken würde.

In jedem Jahr, in dem ich die Berlinale besuchte, fiel mir natürlich auch die Kinderjury auf. Ich wünschte mir so sehr, auch einmal zu der Kinderjury zu gehören. Um das zu erreichen, musste man die Filmfragebögen, die immer nach den Filmen verteilt werden, ausfüllen - was ich natürlich auch eifrig tat. Im Dezember 2010 bekam ich schließlich einen Anruf, ob ich nicht am Projekt der „Jungen Journalisten“ teilnehmen wolle. Ich stimmte sofort zu. Zwar war es nicht die Kinderjury, aber es waren doch immerhin die „Jungen Journalisten“, die ebenfalls zur Berlinale gehörten. (Wie ich bald darauf feststellte, war es – wenn man dem Hörensagen Glauben schenken darf – bei den Jungen Journalisten sogar noch viel besser als in der Jury.)
Mit großem Eifer stürzte ich mich in die Arbeit. Ich lernte viele neue Leute kennen und hatte bei dem ganzen Projekt so viel Spaß, dass ich sofort beschloss auch im nächsten Jahr wieder dabei sein zu wollen. Auch im folgenden Jahr, arbeitete ich also mit großem Enthusiasmus bei den „Jungen Journalisten“ mit.

Natürlich war ich ziemlich enttäuscht, als ich hörte, dass das Projekt der „Jungen Journalisten“ abgeschafft werden würde. Als ich mich dann jedoch mit den anderen Jungen Journalisten verständigte, merkten wir bald, dass wir alle ähnlich deprimiert über diese Sache waren und beschlossen, trotzdem weiter zu machen. Auf diese Weise gründeten wir die „Freien Generation Reporter“.

Johanna Gosten
Es ist schwer zu beschreiben, was die Berlinale für mich bedeutet, was sie in mir auslöst. Seit ich denken kann gehe ich jedes Jahr zur Berlinale. Als ich noch kleiner war, war das Beste an der Berlinale, so oft ins Kino gehen zu können und dabei so viele andere Kulturen kennenzulernen. Im Laufe der Zeit rückte dann die unvergleichbare Thematik der Berlinalefilme für mich in den Vordergrund. Denn man kann diese Filme nicht mit dem vergleichen, was sonst so im Kino läuft. Die Darsteller sind Kinder aus ganz anderen Teilen der Welt, es kommen Probleme auf den Tisch, über die man nicht jeden Tag nachdenkt. Brutalität, Armut und schräge Kulissen, teilweise alles in einem Film. Regelmäßige Berlinale-Gänger sind definitiv ab einem gewissen Punkt kaum noch zu schocken.

Seit ich hier über die Berlinale schreibe, beschäftige ich mich noch viel länger und tiefgehender mit den Filmen als ich es vielleicht unter normalen Umständen tun würde. Und obwohl das seit einigen Jahren wahnsinnig viel Arbeit bedeutet, könnte ich vermutlich nie wieder ein normaler Berlinalegänger sein, ohne sich auch in Form von Kritiken weiter mit den Filmen auseinanderzusetzen. Denn das hohe Arbeitspensum insbesondere während der Berlinale ist zwar anstrengend, birgt aber auch ein unvergleichbares Glücksgefühl, dass nur diejenigen verstehen können, die bei und mit der Berlinale arbeiten.

Klara Hirseland
Hei, ich bin 19 Jahre alt, momentan mache ich einen Freiwilligendienst in Norwegen. Ich bin mit der Berlinale aufgewachsen, ein echtes "Berlinalekind". Sobald ich 4 Jahre alt war, habe ich die Kurzfilme1 aus dem Kplus Programm gesehen, bis heute bin ich ein großer Fan von Kurzfilmen. 2010 hatte ich das Glück ein Mitglied der Kinderjury zu sein. Ab diesem Zeitpunkt habe ich angefangen bei der Berlinale Filme in großer Anzahl zu gucken. Nachdem das Projekt "Junge Journalisten" nach meinem ersten Jahr (2012) beendet wurde, habe ich die Initiative ergriffen und gemeinsam mit Liv, Sarah, Mia und Johanna die "freien Generation Reporter" gegründet.

Jetzt da ich hier in Norwegen bin und dachte ich habe keine Möglichkeit zur Berlinale zu gehen, merke ich wie sehr mir die Berlinale, aber vor allem unser Journalisten Projekt am Herzen liegt. Die Atmosphäre und geteilte Begeisterung machen für mich die Berlinale aus. Es ist das beste in der Vielfalt der Filme für zehn Tage verloren zu gehen und typischer Weise danach erstmal eine dicke Erkältung zu bekommen.
Ich liebe es Fotos zu machen und damit Momente einzufangen, die meisten Fotos auf diesem Blog sind daher von mir. Ich bin die Fotografin in unserer Gruppe. Außerhalb der Berlinalewelt gehe ich gerne bouldern, tanzen und hier in Norwegen vor allem wandern.
Je näher das Jahresende 2016 kam wuchs der Wunsch in mir bei den 67. Filmfestspielen dabei zu sein. Es hat geklappt, ich werde zur Berlinale nach Berlin kommen und wir werden gemeinsam zu unserem 5. Jubiläum von der Berlinale Generation berichten.

Im Januar konnte ich mich als Teil des Tromsø International Filmfestivals auf die Berlinale einstimmen.

Mia Ansorge
Schon als kleines Kind ging ich zur Berlinale und von Anfang an war ich fasziniert von diesen Filmen, die aus der ganzen Welt kamen. Früher fragte ich mich manchmal, was mich an diesen Filmen faszinierte, jetzt glaube ich es zu wissen. Es sind die Probleme, mit denen die Filme sich beschäftigen. Sie sind tiefgründiger, sie sind anders als die „normalen“ Kinofilme und sie bringen uns zum Nachdenken. Ich glaube, die Berlinale verändert uns in irgendeiner Form alle. Sie zeigt uns Filme, die das wahre Leben von jungen Menschen weltweit und auch ihre Träume widerspiegeln. Und gerade deswegen macht es mir jedes Jahr aufs Neue Spaß, zur Berlinale zu gehen…
Daher fand ich es toll, auf der Berlinale 2012 beim Projekt der Jungen Journalisten mitzumachen. Doch dieses Jahr wurden die Jungen Journalisten nicht mehr weitergeführt und durch ein anderes Projekt ersetzt. Deswegen freue ich mich, dass wir - ein paar der ehemaligen Jungen Journalisten - die „freien Generation Reporter“ gegründet haben!


Liv Thastum
"Berlinale ist besser als Weihnachten!", sage ich immer, und so ist es wirklich. Wenn man wie ich mit der Berlinale aufgewachsen ist freut man sich jedes Jahr aufs neue auf die vielen Filme, Interviews, Publikumsgespräche, neue Bekanntschaften und natürlich auf diese einzigartige Berlinale Stimmung. Wie die anderen so hab auch ich die Berlinale über die Jahre ins Herz geschlossen. Ausschlaggebend dafür ist meine Leidenschaft für Theater, Film, Kunst, Musik, Literatur und alles was mich bewegt. Ich freue mich auf diese Berlinale und auf die vielen die ich noch erleben werde und hoffe, dass dieser Blog auch in diesem Jahr wieder viel gelesen wird, denn wir stecken immer wieder aufs neue unsere ganze Leidenschaft in dieses Projekt und so soll es auch bleiben!

Eva Swiderski
Neben meiner Liebe zur Musik und Malerei, schlägt mein Herz auch für die Filmkunst. Es macht mir großen Spaß, Lang- sowie auch Kurzfilme anzusehen und hinterher mit anderen darüber zu reden. Während des Austauschs decken sich viele Symbole und Metaphern auf, die vor allem in Berlinalefilmen oft verwendet werden. Jedes Mal bin ich fasziniert, was für eine Wirkung man mit solchen Mitteln und der passenden Musik erzeugen kann. Besonders reizen mich die Filme der Berlinale, da sie sich mit schwierigen, vielfältigen Themen auseinandersetzen und den Zuschauern viel Raum für Interpretation und eigene Gedanken geben. Darüberhinaus bekommt man einen Einblick in fremde Kulturen, was ich spannend finde und mir manchmal eine andere Sicht auf unsere Lebensweise gibt.
Durch diesen Blog möchte ich gerne den Lesern von meinen Eindrücken und Meinungen berichten und wer weiß, vielleicht kommen dadurch ja einige Gemeinsamkeiten zum Vorschein! ;) Ich freue mich schon auf den Berlinale Trubel, ganz speziell auf die Interviews mit den RegisseurInnen und die Publikumsgespräche.


UNSERE NEUEN


Clara Bahrs

Meine Freunde witzeln oft darüber, dass ich nur für die zehn Tage Berlinale im Jahr leben würde und nach dem letzten Film bereits die Tage bis zum nächsten Jahr zählte. Und gewissermaßen stimmt das sogar. Meine Mutter hat mich zum ersten Mal 2005 zur Berlinale mitgenommen, seitdem bin ich jedes Jahr mit immer mehr Vorfreude in viele Filme gegangen, und diese ist mir bis heute geblieben. Die Berlinale war und ist für mich immer noch so viel mehr als nur ein Filmfest, man kann in so viele unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen abtauchen und so viel Neues über fremde Dinge erfahren. Jeder Film ist auf seine Art etwas total Besonderes, und deshalb finde ich es großartig, dass die Sektion Generation jedes Jahr so viele Menschen bezaubert und anzieht.
Seit ich alt genug für die Kinderjury war, wollte ich unbedingt in diese, weil ich dem Filmfest noch näher sein wollte und Teil davon werden wollte – also habe ich es Jahr für Jahr versucht, über die Fragebögen in die Jury zu kommen und jedes Jahr im Dezember habe ich voller Hoffnungen auf den Brief gewartet. Doch als vor ein paar Jahren eine Freundin endlich in die Kinderjury kam und mir erzählt hat, wie viele Kinder in der Jury nur durch gute Beziehungen von Eltern oder Bekannten einen Platz bekommen haben, war ich etwas enttäuscht und fand die Jurys gar nicht mehr so cool. Natürlich habe ich es trotzdem weiter versucht – später auch in der Jugendjury, aber es hat nie geklappt.
Als ich dann aber letztes Jahr durch Zufall den Blog entdeckt habe, war ich total begeistert davon, dass alles selbst aufgebaut und organisiert war. Die Idee und Umsetzung gefielen mir echt gut, deshalb bin ich jetzt umso glücklicher, dass ich dieses Jahr auch Teil davon sein kann!

Vivien Krüger

Mein Name ist Vivien und ich studiere Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin. Ich freue mich auch dieses Jahr schon wieder riesig auf die Berlinale, denn sie vereint zwei meiner größten Leidenschaften: das Filmegucken und das Schreiben.
Das Besondere und Faszinierende an der Berlinale ist für mich, dass man jedes Mal aufs Neue so außergewöhnliche und einzigartige Geschichten zu sehen bekommt wie es bei keinem anderen Festival der Fall ist. Man erlebt eine Bandbreite der unterschiedlichsten Filmgenres, die einen alle auf eine ganz eigene Weise fesseln.
Doch es ist nicht nur ein einfacher Kinobesuch, denn man bekommt sogar die Möglichkeit, die Darsteller und Filmcrew in den Publikumsgesprächen kennenzulernen und alle noch offenen Fragen auszuräumen. Eben ein einzigartiges Filmerlebnis.
Auf die nächsten kleinen und großen Geschichten, die die Zuschauer bezaubern werden!

Moritz Palma

Ich bin 14 Jahre alt und komme aus Berlin. Eine große Leidenschaft von mir ist, Filme zu schauen und ins Kino zu gehen. Das finde ich zum Beispiel viel eindrucksvoller als zu Hause vorm Fernseher zu sitzen.
Meine Eltern nahmen mich schon früh mit zur Berlinale und ich liebte die Kinderfilme dort, weil sie aus anderen Kulturen und fremden Ländern kommen, über die man sonst im Kino nicht so viel erfahren würde. Sie erzählen andere oft einzigartige Geschichten, die man sonst nicht oft zu sehen bekommt. Dadurch wird einem deren Alltag durch Kinderaugen eindrucksvoll nah gebracht. Ich freue mich auch immer schon auf die jungen Schauspieler, die oft gar keine Profis sind, und auf die Möglichkeit nach dem Film Fragen zu stellen.
Seit einigen Jahren schreibe ich Kritiken für eine Zeitung, das macht großen Spaß. Besonders interessieren mich Romcoms, Dramen und Thriller.
Ich bin sehr glücklich bei den Genration Reportern mitzuwirken und freu mich, auf den Austausch mit den anderen Reportern.

1 Kommentar:

  1. Hallo, toller Blog und tolle Truppe, gefällt mir sehr.
    Eine Anregung hätte ich aber doch: Mir fällt es etwas schwer die Kritiken zu den einzelnen Filmen zu finden, in der linken Leiste mit dem Blog-Archiv erscheinen sie nicht, man muss sich etwas mühselig über das obere "Kritiken"-Menü nach unten arbeiten. Zuerst ist die Filmzusammenfassung und die technischen Daten zu sehen und dann erst kommt die Filmklappe mit dem Link zu den Kritiken.
    Kurz: Ein schnell zugreifbares Verzeichnis aller Kritiken wäre schön.

    Viel Erfolg weiterhin
    Lutz

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